Artikel
POLITIK
Eine Analyse der anhaltenden und weit verzweigten Kooperation zwischen Hochschulen, dem Sicherheitsapparat und der Rüstungsindustrie in Israel
Unter dem Vorwand, Israels Demokratie und Souveränität zu verteidigen, zielt eine neue Gesetzesinitiative darauf ab, die Arbeit vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen in Israel erheblich zu beeinträchtigen
Die Inszenierung von Trump und Netanjahu offenbart vor allem Herablassung gegenüber Palästinenser*innen.
Erzürnt über den Abzug von 2005, bemühte sich das nationalreligiöse Lager darum, territoriale Zugeständnisse als desaströs zu brandmarken – sodass eine ethnische Säuberung die einzige Lösung blieb.
Gesellschaft
Erinnerungen einer Lehrerin an einer jüdisch-israelischen Schule. Adva Selzer ist Historikerin, Mitglied des Vorstands von „Breaking the Silence“ und hat zehn Jahre lang an einer weiterführenden öffentlichen Schule israelische Geschichte unterrichtet. Damals musste sie immerzu eine Brücke schlagen zwischen den staatstragenden und nationalen Lehrinhalten und ihrer universalistischen Weltanschauung
Die Geschichte der LGBT-Bewegung in Israel vom gesetzlichen Verbot zum Pseudo-Mainstreaming
Was sind die Grundlagen für die Langlebigkeit militaristischen Denkens in der Gesellschaft? Was sind seine Folgen? Wie wirkt sich der Militarismus auf unterschiedliche Teile und Gruppen in der israelischen Gesellschaft aus? Buchvorstellung des Israel-Readers 2025 in Berlin.
Warum Israel die Logik der Gewalt hinter sich lassen muss. Interview mit Assaf David
Wirtschaft
Die höchste Priorität, die Israel ans Militärbudget einräumt, steht seit dem Krieg von 1967, als Israel die Sinai Wüste, den Gazastreifen, die Golanhöhen und die palästinensische Westbank eroberte, fest. Die Benachteiligten sind die schwachen Schichten der israelischen Gesellschaft
Die massive Protestbewegung gegen die «Justizreform»
der israelischen Regierung wird maßgeblich vom IT- und Hightech-Sektor
getragen. Ihre Interessen seien jedoch keinesfalls rein werteorientiert,
sondern viel mehr im Sinne der Aufrechterhaltung ihrer kulturellen und
klassenpolitischen Vormachtstellung.
Die Corona-Krise hat die soziale Ungleichheit in Israel weiter verschärft. Eine Politik sozialer Kürzungen und mangelnde Unterstützung für Selbstständige sorgen dafür, dass Israels unterprivilegierte Schichten vor einem verlorenen Jahrzehnt stehen.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die einst sozialistisch geprägte Wirtschaftsordnung in Israel in eine rein kapitalistische, in großen Teilen gar neoliberale, verwandelt. Die Geschichte des Konzerns Haifa Chemicals zeigt die Rolle der Gewerkschaften in diesem Prozess auf.
Feuilleton
Eine jüdisch-arabische Koproduktion als der israelische Vertreter bei der kommenden Oscar-Verleihung
Kriegs- oder Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen ist zwar in Israel nicht weit verbreitet, doch sie ist seit der Staatsgründung ein heftig diskutiertes Thema. Die wenigen, die sich aus Gewissensgründen offiziell weigern, an Kriegen teilzunehmen oder bestimmte Militäreinsätze und Operationen zu unterstützen, werden nicht nur von den israelischen Rechtsinstitutionen, sondern auch von der Öffentlichkeit denunziert und bestraft. Heute stellt sich mehr denn je die Frage: Wo liegt die Grenze zwischen Pflicht und Gewissen?
Nach dem Gewinn bei der Berlinale wurde der Film „No Other Land“ im westjordanischen Dorf At-Tuwani vorgeführt. Über die Kraft einer verspiegelten Realität
Der politische und der militärische Apparat in Israel hatten es durch konsequentes Ignorieren der Zivilbevölkerung sowie der dortigen Hamas-Führung im Gazastreifen bis zum 7. Oktober 2023 nicht für möglich gehalten, dass diese einen Weg suchen und finden könnten, um gegen die dortigen Verhältnisse vorzugehen. Es bestand und besteht offenbar keinerlei Interesse der Regierung, des Militärs, sowie eines Großteils der israelischen Öffentlichkeit an der zukünftigen politischen und gesellschaftlichen Ordnung in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Dieses mangelnde Interesse beschreibt unser Autor, der Soziologe Yagil Levy in seinem ausführlichen Beitrag als Praxis der “Entmenschlichung durch Ignorieren”.