Artikel

POLITIK

„Groß-Israel“: Von der politischen Ideologie zur territorialen Praxis

Die Gemeinsame Liste ist die Hoffnung der arabischen Gesellschaft

Eine Analyse der anhaltenden und weit verzweigten Kooperation zwischen Hochschulen, dem Sicherheitsapparat und der Rüstungsindustrie in Israel

Committee chairman MK Simcha Rothman leads a Constitution, Law and Justice Committee meeting at the Knesset, in the Israeli parliament on July 21, 2025. Photo by Yonatan Sindel/Flash90

Israel knebelt seine interne Opposition

Unter dem Vorwand, Israels Demokratie und Souveränität zu verteidigen, zielt eine neue Gesetzesinitiative darauf ab, die Arbeit vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen in Israel erheblich zu beeinträchtigen

Zwischen Hybris und Zynismus

Die Inszenierung von Trump und Netanjahu offenbart vor allem Herablassung gegenüber Palästinenser*innen.

Wie Israels „Abkoppelung“ von Gaza den Nährboden für die ethnische Säuberung bereitet hat

Erzürnt über den Abzug von 2005, bemühte sich das nationalreligiöse Lager darum, territoriale Zugeständnisse als desaströs zu brandmarken – sodass eine ethnische Säuberung die einzige Lösung blieb. 

Gesellschaft

Die Militarisierung der israelischen Universitäten

Peel-Kommission, Abu Ghosh 1936. Foto: Wikicommons

Geschichtsstunde

Erinnerungen einer Lehrerin an einer jüdisch-israelischen Schule. Adva Selzer ist Historikerin, Mitglied des Vorstands von „Breaking the Silence“ und hat zehn Jahre lang an einer weiterführenden öffentlichen Schule israelische Geschichte unterrichtet. Damals musste sie immerzu eine Brücke schlagen zwischen den staatstragenden und nationalen Lehrinhalten und ihrer universalistischen Weltanschauung

Zwischen LGBT-Feindlichkeit und Pinkwashing

Die Geschichte der LGBT-Bewegung in Israel vom gesetzlichen Verbot zum Pseudo-Mainstreaming

(K)eine Alternative zum Krieg?

Was sind die Grundlagen für die Langlebigkeit militaristischen Denkens in der Gesellschaft? Was sind seine Folgen? Wie wirkt sich der Militarismus auf unterschiedliche Teile und Gruppen in der israelischen Gesellschaft aus? Buchvorstellung des Israel-Readers 2025 in Berlin.

“Wir wollen die israelische Öffentlichkeit zum Umdenken bewegen”

Warum Israel die Logik der Gewalt hinter sich lassen muss. Interview mit Assaf David

Wirtschaft

«Keine Einschränkungen» und ein geheimes «Augenzwinkern»: Israels Deal mit Google und Amazon

Israelische Soldaten nahe der Grenze zu Gaza, Mai 2024. Foto: Chaim Goldberg/Flash90

Ein Militärhaushalt für den permanenten Krieg

Die höchste Priorität, die Israel ans Militärbudget einräumt, steht seit dem Krieg von 1967, als Israel die Sinai Wüste, den Gazastreifen, die Golanhöhen und die palästinensische Westbank eroberte, fest. Die Benachteiligten sind die schwachen Schichten der israelischen Gesellschaft

Israels Tech-Kapital und die Protest­bewegung gegen Netanjahu

Die massive Protestbewegung gegen die «Justizreform»
der israelischen Regierung wird maßgeblich vom IT- und Hightech-Sektor
getragen. Ihre Interessen seien jedoch keinesfalls rein werteorientiert,
sondern viel mehr im Sinne der Aufrechterhaltung ihrer kulturellen und
klassenpolitischen Vormachtstellung.

Kampf gegen Corona, kein Kampf für die Armen

Die Corona-Krise hat die soziale Ungleichheit in Israel weiter verschärft. Eine Politik sozialer Kürzungen und mangelnde Unterstützung für Selbstständige sorgen dafür, dass Israels unterprivilegierte Schichten vor einem verlorenen Jahrzehnt stehen.

Gewerkschaften in Israel: Die Geschichte der Haifa Chemicals

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die einst sozialistisch geprägte Wirtschaftsordnung in Israel in eine rein kapitalistische, in großen Teilen gar neoliberale, verwandelt. Die Geschichte des Konzerns Haifa Chemicals zeigt die Rolle der Gewerkschaften in diesem Prozess auf.

Feuilleton

Das Meer | البحر | הים

Eine jüdisch-arabische Koproduktion als der israelische Vertreter bei der kommenden Oscar-Verleihung

Die Verweigerinnen Omri Baranes, Ta´ ir Kaminer, Tamar Ze´ evi, Tamar Alon und Atalia Ben-Aba auf einer Demonstration, Februar 2017 (Auf den Schildern: «Keine Sekretärin und keine Panzeristin – Verweigerin und Feministin»; «Wo liegt die Grenze?» Foto: Idan Rimon

„Weil Soldaten keine Fragen stellen“ – Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen in Israel

Kriegs- oder Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen ist zwar in Israel nicht weit verbreitet, doch sie ist seit der Staatsgründung ein heftig diskutiertes Thema. Die wenigen, die sich aus Gewissensgründen offiziell weigern, an Kriegen teilzunehmen oder bestimmte Militäreinsätze und Operationen zu unterstützen, werden nicht nur von den israelischen Rechtsinstitutionen, sondern auch von der Öffentlichkeit denunziert und bestraft. Heute stellt sich mehr denn je die Frage: Wo liegt die Grenze zwischen Pflicht und Gewissen?

Von israelischer Zwangsräumung bedrohtes Haus in Khallet a-Dabe in Masafer Yatta, Januar 2023. Foto: wikicommons

In Masafer Yatta kann unsere Kamera mehr bewirken als der Bulldozer

Nach dem Gewinn bei der Berlinale wurde der Film „No Other Land“ im westjordanischen Dorf At-Tuwani vorgeführt. Über die Kraft einer verspiegelten Realität

Palästinenser*innen beim Einkauf auf einem Markt in Rafah, im südlichen Gazastreifen, 8. Februar 2024. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Entmenschlichung durch Ignorieren

Der politische und der militärische Apparat in Israel hatten es durch konsequentes Ignorieren der Zivilbevölkerung sowie der dortigen Hamas-Führung im Gazastreifen bis zum 7. Oktober 2023 nicht für möglich gehalten, dass diese einen Weg suchen und finden könnten, um gegen die dortigen Verhältnisse vorzugehen. Es bestand und besteht offenbar keinerlei Interesse der Regierung, des Militärs, sowie eines Großteils der israelischen Öffentlichkeit an der zukünftigen politischen und gesellschaftlichen Ordnung in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Dieses mangelnde Interesse beschreibt unser Autor, der Soziologe Yagil Levy in seinem ausführlichen Beitrag als Praxis der “Entmenschlichung durch Ignorieren”.